Station 6:
Wallfahrtskirche Neusaß -
Mariengrotte mit „Heiligenbrünnle“/
uralte Linde

Bunte Lebensfreude und spirituelle Kraft.
Die Wurzeln des Klosters Schöntal?
Neusaß gilt seit undenklichen Zeiten als ein ganz
besonderer Ort. Umgeben von den ehemaligen
Fischteichen des Klosters und eingebettet in eine
idyllische Landschaft umgibt diesen Ort eine deutlich
spürbare spirituelle Energie. Zahlreiche Grabhügel aus
keltischer Vergangenheit lassen erahnen, dass die
Gegend schon 1000 v. Chr. besiedelt war und es
spricht vieles dafür, dass die Quelle „Heiligenbrünnle“
schon in vorchristlicher Zeit Kultstätte war.
Der Überlieferung nach soll in Neusaß (als Nuweseze =
Neuer Sitz) bereits um das Jahr 1155 mit dem Bau
eines Klosters begonnen worden sein, das wohl im
Jahre 1157 ins Tal (Speziosa Vallis) verlegt wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung jedenfalls stammt
aus dem Jahr 1157, in welcher Kaiser Friedrich
Barbarossa das Kloster unter seinen persönlichen
Schutz nahm.
In einer weiteren Urkunde von 1163 wird berichtet,
dass das Kloster ursprünglich Nuweseze, jetzt
„Speziosa Vallis“ hieß. Ob in Neusaß wirklich die
Wurzeln des Klosters Schöntal liegen, konnte bis heute
nicht restlos geklärt werden. Stifter des Klosters war ein
Edelmann namens Wolfram von Bebenburg. Er erfüllte
damit ein Gelöbnis, nachdem er unversehrt aus dem
2. Kreuzzug heimgekehrt war.
An Neusaß vorbei führte die „Hohe Straße“, die von
Bad Wimpfen her auf der Höhe zwischen Kocher und
Jagst nach Osten führt. Daneben lag der große Markt-
platz, auf dem Kaiser Wenzel erstmals 1397 erlaubte,
einen Markt abzuhalten, der im Jahre 1887 letztmals
stattfand.

Die uralte Linde
Südlich des Forsthauses steht eine gewaltige Sommer-
linde mit einem Umfang von 8,30 m und einer Höhe
von ca. 25 m, deren Alter auf ca. 500 Jahren geschätzt
wird. Es ist zu vermuten, dass drei ursprünglich einzeln
gepflanzte Linden zusammengewachsen sind.
Wie an anderen heiligen Orten auch, wurden sie auch
hier in Anlehnung an die heilige Dreifaltigkeit eng
beisammen gepflanzt. Aufgrund baumchirurgischer
Maßnahmen konnte dieses Naturdenkmal erhalten
werden.

Ein Ort des Gebets und der Stille
Im Jahre 1395 wird erstmals von einer großen Wallfahrt
in Neusaß berichtet. Die heilige Quelle und die Kapelle
waren Ziel für Hunderte von Gläubigen. Noch heute ist
dieser Wallfahrtsort lebendig und Maria gibt den Gläu-
bigen Kraft und Trost. Viele Votivtafeln beweisen dies.
Jährlich findet am 2. Augustwochenende die große
Marienwallfahrt mit Kräuterweihe statt.

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