Station 6:
Die Jagstbrücke zu Hohebach -
Stärker als Naturgewalten

Baumeister auf der Flucht
Die hölzerne Jagstbrücke von den immensen Hoch-
wassern und Eisgängen der Jagst regelmäßig weg-
gerissen.
Deshalb wurde sie auf Befehl König Friedrichs 1808
bis 1810 aus heimischem Sandstein gebaut,
10 m hoch und 84 m lang.
Als Kaiser Friedrich am 26. Juli 1810 auf einer Reise
nach Bad Mergentheim die neue Brücke besichtigte,
war die Jagst, wie so oft im Sommer, ein Rinnsal.
Der ansonsten ausgesprochen prunkliebende König
zeigte sich sehr ungehalten darüber, dass man zur
Überquerung eines so kleinen Bächleins eine so teure
Brücke gebaut hatte. Aus Angst vor dem Jähzorn des
Königs war der Baumeister angeblich geflohen.
Trotzdem standen der Ortsgeistliche, der Gemeinderat
und die Schuljugend Spalier für den neuen König

Ein stolzes Bauwerk
Die Jagstbrücke ist das Wahrzeichen Hohebachs.
Auf der Gedenksäule befindet sich das württem-
bergische Wappen, das Monogramm FR (Fridericus
Rex) König Friedrichs und die Jahreszahl MDCCCX.
Was über Jahrhunderte den reissenden Hochwassern
der Jagst standhielt, musste doch weichen gegen die
brachiale Gewalt des Krieges:
Am 4. April 1945 wurden die beiden nördlichen
Brückenbögen mit einer 7 Zentner schweren Spreng-
ladung in die Luft gejagt. Im Jahre 1947 baute man
die Brücke wieder auf - die zuverlässige Verbindung
der Jagstufer war wieder hergestellt.
1996 bis 1999 wurde sie weiter verbreitert und instand-
gesetzt.

Im Reich der Stille
Über die Jagstbrücke rollt der Verkehr im rasanten
Tempo unseres Alltags. Darunter allerdings herrscht die
Stille. Es ist wie eine andere Welt. Beobachten, lauschen,
innehalten vor der Naturkulisse der wunderschönen Jagst.
Nehmen Sie sich Ihre Zeit – hier unten gibt es davon eine
Menge.

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